TATE FÜR LEHRER
STRATEGIE: "COMPACTING"
 
 

Ermöglichen Sie es Ihren Schülern und Schülerinnen, dass Sie sich in "zurückgekaufter Zeit" ihren Interessen widmen.

Eine Art, wie Schüler Unterrichtszeit "zurückkaufen" können, um diese dann für andere Zwecke zu verwenden, ist eine Methode, die im Englischen als "Compacting" bezeichnet wird. Macht man sich bewusst, dass dieser Begriff auch im Zusammenhang mit Müll verwendet wird, so wird deutlich, wie "Compacting" im schulischen Bereich verstanden werden soll: Diese Methode soll den Lehrplan für einzelne Schüler "entrümpeln", Teile entfernen, die den Kindern/Jugendlichen bereits bekannt sind und ihnen daher nicht fehlen.

Bevor man jedoch mit dem Entrümpeln beginnen kann, muss zunächst einmal festgestellt werden, welche Kompetenzen die Schüler bereits haben. Außerdem müssen ihre Leistungen voll anerkannt werden (auch hinsichtlich der Schulnote). Und letztlich muss auch entschieden werden, was sie mit ihrer "freien Zeit" anstellen können, sodass sie sich nicht langweilen und eine Last für die Lehrer und Schulkollegen werden.

Der Lehrplan darf natürlich nur in jenen Bereichen entrümpelt werden, in denen das hochbegabte Kind auch wirklich seine Stärken besitzt. Handelt es sich zum Beispiel um einen Schüler, der hervorragend in Mathematik, aber "nur" durchschnittlich in Deutsch ist, so werden Sie nur den Lehrplan in Mathematik komprimieren.

Auch wenn es verlockend ist, hochbegabte Kinder in ihrer "zurückgekauften" Schulzeit an Schwächen in anderen Fächern arbeiten zu lassen - das ist nicht der Sinn der Förderung!

Vielmehr geht es darum, dass der Schüler/die Schülerin sich so Zeit für "Enrichment" (="Anreicherung") oder alternative Aktivitäten in einem speziellen Fach kauft. Es geht also darum, dass das Kind/der Jugendliche die Möglichkeit hat, an seinen Stärken zu arbeiten, seinem Interesse vertieft nachzugehen.

>>> weiter: Zuerst die Prüfung, dann der Lehrstoff